Vitamin V (V = Verbundenheit)
- Berit Bogs
- 1. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Pünktlich mit der Wintersonnenwende ist die Sonne zu uns nach Mainz zurückgekehrt und bescherte uns auch gleich noch sonnenreiche Weihnachtstage. 🥳
Aber den Dezember fand ich echt hart – es war dunkel und gefühlt dauergrau. Während ich meine tägliche Dosis Vitamin D aus einem Impuls heraus erhöhte (was meine Laune spürbar verbesserte und woraufhin mein Mann meinte, das wäre der Placeboeffekt 😂), kam mir in den Sinn, dass es ein Vitamin V geben müsste, wobei ‚V‘ für Verbundenheit steht.
Denn wegen dem dunklen, kalten und grauen Wetter war ich seltener draußen als sonst, hatte dadurch weniger Naturkontakt und grub mich mehr zuhause ein. Dadurch schlief ich nicht nur schlechter, sondern war auch öfters grummelig (auch mir selbst gegenüber).
Kurz vor Weihnachten schenkte mir ein Kollege dann ganz überraschend eine Geschichte, die uns beide innerlich aufhellte:
Vor einigen Jahren hielt er sich im winterlich dunklen Rovaniemi auf. Das ist eine Stadt im nördlichen Finnland, in der - wie die Werbeindustrie herausgefunden hat - der Weihnachtsmann wohnt.
Abseits des Weihnachtsrummels gab es aber in der ganzen Stadt verteilt Feuerstellen mit Brennholz, an denen sich die Menschen spontan treffen, ein Feuer entfachen und austauschen konnten, um während der Polarnacht psychisch nicht so sehr zu leiden.
Diese Geschichte begeisterte mich (meinen Kollegen übrigens durch die bloße Erinnerung daran auch) und berührte eine tiefe Sehnsucht in mir.
Kann es sein, dass diese Sehnsucht nach Gemeinschaft und Austausch an einem wärmenden Feuer einfach in unseren urzeitlichen Genen verankert ist?
Was wäre denn, wenn es überall auf der Welt (und ganz besonders in unserer hyperindividualistischen westlichen Welt) solche Treffpunkte gäbe, die für jeden unkompliziert zugänglich wären?
Was wäre, wenn (jetzt zitiere ich meinen Kollegen) Gemeinschaft anders gedacht werden würde, nämlich als das Wesentliche?
Was wäre, wenn dies - jenseits aller Überzeugungen, Identitäten und körperlicher Einschränkungen - bei allen Überlegungen, Planungen und Aktionen im Vordergrund stehen würde?
Und was wäre, wenn wir uns einfach ein paar Vitamin V - Tropfen einträufeln könnten, wenn wir einen Mangel verspüren?
Für mich jedenfalls wäre dies eine sehr viel lebenswertere Welt, die ich mir gern vorstelle.
Lasst uns bitte gemeinsam innehalten, einen Moment von mehr Verbundenheit träumen und diesen Wunsch als Samen in unsere Herzen pflanzen.
Möge sich dieser Wunsch in verbindende Gedanken, Worte und Handlungen manifestieren.
Mögen wir bereits bestehende Orte wahrnehmen, wertschätzen und stärken.
Mögen diese Zeilen zu mehr Wohlbefinden und Frieden beitragen und ein Gefühl von Verbundenheit schenken.
Wir sind nie allein, wir vergessen es leider nur immer wieder.
Ich wünsche Euch ein gutes und gesundes neues Jahr!

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